Dr.-Hans-Lobeck-Park
Der neue Hain zwischen Michail-Lomonossow- und Justus-von-Liebig-Straße, in dem Baumpflanzungen anlässlich eines besonderen Ereignisses möglich sind, heißt nun Dr.-Hans-Lobeck-Park.
Ende 2025 schlugen 57 Personen insgesamt 116 Namen für den neuen Park vor. Daraus wurden 6 Favoriten ausgewählt und zur Abstimmung gebracht.
Die Beteiligung an der Online-Abstimmung war sehr rege. Insgesamt wurde 756-mal abgestimmt. Die meisten Stimmen entfielen auf den Vorschlag vom Theater Stolperdraht.
- Dr.-Hans-Lobeck-Park: 177 Stimmen (23,41 %)
- Grünes Eck: 155 Stimmen (20,50 %)
- Fröbelhain: 135 Stimmen (17,86 %)
- Fröbelgarten: 128 Stimmen (16,93 %)
- Schwedter Zeitgarten: 93 Stimmen (12,30 %)
- Liebighain: 68 Stimmen (8,99 %)

Begründung des Namensvorschlages vom Theater Stolperdraht:

Während seiner Tätigkeit als Arzt wurde er aufgrund seiner medizinischen Expertise von seinen ärztlichen Kollegen hochgeschätzt. Von 1926 bis 1936 war er Leiter des städtischen Krankenhauses in Schwedt. Um bspw. die Verbreitung von Seuchen zu verhindern bewirkte er, dass die Schinderkuhle zugeschüttet wird. Da Lobeck nicht nur Arzt sondern auch Vertreter des Magistrats und somit zugleich Dezernent der Verkehrs-, Verschönerungs- und Friedhofskommission war, setzte er sich zudem für die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Einwohner der Stadt ein. So erwirkte er zum Beispiel die Errichtung einer Abwasserableitung vom Juliusturm durch den Polderbereich zur neuen Stromoder. Ihm war auch daran gelegen, dass nach dem Jahr 1923 bedürftige Bürger eine Krankenhausbehandlung erhalten. Auch dies trug für viele Menschen zu einer erheblichen Verbesserung der medizinischen Lage bei.
In zahlreichen Vereinen war er zu Lebzeiten engagiert und übernahm auch hier führende Positionen und Verantwortung. So war er u.a. Mitglied im Gemeinnützigen Bürgerverein Schwedt und auch 2. Vorsitzender des neugegründeten Verschönerungsvereins Schwedt e.V. Um auch über den Tode hinaus weiterhin gemeinnützige Zwecke zu fördern, beabsichtigte Lobeck große Teile seines Vermögens über eine Stiftung den Bürgern der Stadt zu Gute kommen zu lassen. Ziele dieser Stiftung waren u.a. die Umgestaltung des Stadtbereiches ab dem Augustiner Tor in Richtung Lindenallee. Hier sollte die Umbettung der beiden kirchlichen Friedhöfe auf einen neu geschaffenen erfolgen. Zudem sollte die Weiterentwicklung der Infrastruktur erfolgen, in dem der Bahnhof verlegt wird und somit die Sichtachse zwischen Monplaisir und Stadtschloss wiederhergestellt wird. Auch der Hochwasserschutz sollte im Rahmen der Stiftung verbessert werden und somit den Einwohnern zukünftig Schutz und Sicherheit bieten. Insgesamt waren die Stiftungsziele darauf ausgelegt den Einwohnern auch für die nachfolgenden Generationen Bedingungen zu schaffen unter denen man in Schwedt gut leben und wohnen kann, eine Stadt in der die Menschen ihren Lebensmittelpunkt finden. Damit war Lobeck mit seinem Handeln und Denken seiner Zeit weit voraus.
Politisch sorgten die Stiftungsziele jedoch auch für Widerstand, so dass die Stiftung am 11. April 1934 unter Auflagen genehmigt wurde. So kam es auch zur Verzögerung der Umsetzung von Stiftungszielen. Lobeck ließ sich in seinem Handeln nicht beirren und eröffnete im Rahmen seines 50. Promotionsjubiläums eine neue Flussbadestelle. Die Gelder für die Realisierung des Vorhabens stammten aus seinem Vermögen. Zugleich wurde er in diesem Jahr Ehrenbürger der Stadt Schwedt/Oder. Immer das Wohlergehen der Bürger im Blick behaltend hat er sich auch der politischen Widerstände nicht gebeugt. Im September 1941 wurde durch einen Erlass des Ministeriums in Potsdam die Stiftung geschlossen. Dies erfolgte aus politischen Motiven. Das Geld aus zwei Stiftungen, insgesamt 85.000 RM, wurden mit Zustimmung Lobecks für den Krankenhausanbau verwendet.
Sein Wirken reichte weit über den medizinischen Bereich hinaus und zeigte, dass er sich für die Lebensbedingungen aller Einwohner der Stadt einsetzte.
In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste für unsere Stadt sollte ihm zu Ehren der neue Park Dr. Lobecks Namen bekommen.
