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Tschernobyl – 40 Jahre danach

Am 26. April 2026 jährt sich die atomare Katastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. 40 Jahre sind für einen Menschen bereits ein halbes Leben. Was aber sind 40 Jahre nach dem Supergau von Tschernobyl? Gemessen, was dabei an Radioaktivität freigesetzt wurde, nicht einmal ein Bruchteil eines Menschenlebens. Von wenigen Tagen bis zu Zehntausenden von Jahren reicht die Halbwertzeit verschiedener radioaktiver Stoffe und mit ihnen eine unsichtbare Gefahr. Mit dieser Gefahr müssen Menschen in den verstrahlten Gebieten der Ukraine und Belarus, dem am meisten betroffenem Land, leben. Für viele Menschen, besonders Jüngeren, sind die beiden Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 kaum noch präsent. Sie haben nur vage Erinnerungen.

Um zu erinnern und zu mahnen wird es am 26. April 2026, um 10 Uhr einen Gedenkgottesdienst gemeinsam mit Vertretern des SODI (Solidaritätsdienst International e. V.) in der evangelischen Kirche St. Katharinen geben. 

Foto: Mann am Laptop, daneben sitzt ein Mädchen
Messen des Grades der Verstrahlung eines Kindes durch das Institut BELRAD
Wir werden Vertreter von BELRAD, dem Unabhängigen Institut für Strahlensicherheit Minsk und auch Nastja Malchanowa, ein anerkanntes Tschernobyl-Opfer, begrüßen können. Die Mitarbeiter des Instituts werden uns einen Einblick in die fast 20-jährige Zusammenarbeit mit den SODI-Gruppen entlang der Oder für die betroffenen Kinder in den verstrahlten Zonen in 2. Generation von Belarus geben. Nastja, mit einem missgebildeten Bein geboren, ist ein Beispiel für jahrelange Hilfe vieler Menschen aus Schwedt und unserer Region. Sie erhielt seit ihrem 5. Lebensjahr immer wieder notwendige Beinprothesen. Nur dadurch kann sie ein selbstbestimmtes Leben führen.

In einer kleinen Ausstellung wird es Erlebnisberichte von direkt betroffenen ukrainischen Frauen, Informationen zur Arbeit von und mit SODI und zu Nastjas Aufenthalten in Schwedt geben. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Verein zu einem Empfang für Gespräche und Fragen ein.

Den Kindern, die nach der atomaren Katastrophe geboren wurden und werden und unter Langzeitfolgen der Katastrophe leiden, gehört auch weiter unsere solidarische Hilfe. Spenden werden für einen dringend notwendigen Ganzkörperzähler zum Messen des Grades der Verstrahlung der Kinder, für Gammastrahlenmessgeräte für das Messen von Lebensmitteln, für ganzjährige Pektinkuren und stationäre Kuren im Sanatorium NADESHDA bei Minsk benötigt.

Begleitet wird der Gottesdienst vom ukrainischen Frauenchor /Schwedt und dem Chor „Primavera“ von der Musik- und Kunstschule „ J. A. P. Schulz“ Schwedt unter der Leitung von Julian Lentz.

Foto: 3 kahlköpfige Mädchen in Schwarz-Weiß
Meine Tochter war sechs Jahre alt. Wenn ich sie zu Bett brachte, flüsterte sie mir ins Ohr: „Papa, ich möchte leben, ich bin doch noch so klein.“ Und ich hatte gedacht, dass sie noch nichts begreift … Können Sie sich sieben kahlköpfige kleine Mädchen auf einmal vorstellen? Sie lagen in einem Zimmer … ich möchte Zeugnis ablegen – meine Tochter ist an Tschernobyl gestorben. Und von uns will man, dass wir das vergessen. (Nikolai Fomitsch Kalugin)