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Erzählcafé in Blumenhagen

9. April 2026, 14 Uhr, Gemeindehaus Blumenhagen

Zahlreiche archäologische Bodenfunde belegen Besiedlungsspuren in dem Gebiet schon seit der Steinzeit. 1269 wurde Blumenhagen als „Blomenhaghen" erstmals urkundlich erwähnt. Herzog Barnim I. überwies in einem Schreiben Einkünfte der Mühle Vierraden an das Jungfrauenkloster Stettin. Blumenhagen war ein slawisches Fischerdorf und lag auf dem Gebiet der Pommern. Der Ortsname bildet sich aus blome „Blume“ und hagen „gehegter Wald“ (Bezeichnung für Rodungssiedlung im Waldgebiet).

Fundskizze einer Fundmeldung von 1980

Blumenhagen gehörte zur pommerschen Vogtei Vierraden. Der Ort liegt an der unteren Welse und erhielt 1347 Fischereirechte, verliehen von Herzog Barnim III. Im Friedensvertrag zu Prenzlau wurde Blumenhagen 1476 wieder den Brandenburgern zugeschlagen und die Grafen von Hohenstein erhielten das Gebiet als Lehen. Seitdem gehörte es zu Schwedt. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Dorf durch kaiserliche Truppen niedergebrannt und völlig zerstört. Erst mit der Neubesiedlung durch die Hugenotten, Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, ging es wieder bergauf. Die Flüchtlinge brachten Kenntnisse um den Tabakanbau mit in die Region, der in der gesamten Ostuckermark eine lange Tradition hat. 1810 lebten im Dorf 207 Einwohner, dreißig Jahre später 340.

1939 existierten 50 land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größe. Haupteigentümerin war bis 1945 die Fürstin zu Lynar-Reedern. Im Rahmen der Bodenreform wurden 128 ha Land enteignet und aufgesiedelt. Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR entstand 1958 die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Blumenhagen, die Gemüseanbau, Grünlandwirtschaft und Tabakanbau betrieb. Ab 1977 gehörte sie der Kooperationsgemeinschaft Vierraden an.

Nordwestlich des Ortes erheben sich die Müllerberge. Das Gebiet liegt im Uckermärkischen Hügelland im Übergang der Grundmoränenplatte zur Randow-Welse-Niederung. Neben dem Wald sind besonders die Trockenrasen der Hänge charakteristische, schützenswerte Biotope. Dreißig Prozent der Fläche sind Naturschutzgebiet (NSG) und gehören dem Naturschutzbund Deutschlands (NABU).

Blumenhagen besitzt keine eigene Kirche. Die Kirchenmitglieder wurden seit 1687/88 in Vierraden eingepfarrt, der Prediger hatte einen Achterhof im Ort (1765). Bekanntester Sohn des Ortes ist Carl Ludwig Fernow (1763–1808), ein bedeutender Kunsthistoriker des deutschen Klassizismus.

Blumenhagen, 2005 (Fotografie: Stadtmuseum Schwedt/Oder)

Blumenhagen gehörte zum Stolpischen Kreis im Verwaltungsbezirk Uckermark der Mark Brandenburg, ab 1818 zum Landkreis Angermünde im Regierungsbezirk Potsdam. Nach der DDR-Kreisreform zählte der Ort zum Kreis Angermünde im Bezirk Frankfurt (Oder), ab 1979 als Gemeindeverband mit Vierraden, Blumenhagen, Gatow, Kummerow und Kunow. Im Rahmen der Kreisgebietsreform wurde Blumenhagen am 6. September 1993 ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder. Zum Ortsteil gehören die Wohnplätze Neue Mühle und Kolonie Wildbahn (an der Bundesstraße 2 in Richtung Gartz).

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