Erzählcafé in Jamikow
7. Mai 2026, 15 Uhr, Gemeindehaus Jamikow
Vereinzelte archäologische Funde lassen auf eine frühere Besiedlung des Gebietes zur Bronzezeit (2.200 v. Chr. – 800 v. Chr.) schließen. Die erste schriftliche Erwähnung von Jamecow als slawisches, an der Welse gelegenes Fischer- und Bauerndorf erfolgte 1250 im Vertrag von Landin. Das Angerdorf tauchte 1345 erneut in einer Urkunde auf. Darin verlieh der pommersche Herzog Barnim III. den Flussabschnitt der Welse von der Oder bis zur Mühle Jamikow an das Nonnenkloster in Stettin. Der spätere neuslawische Namen Jamerath lässt sich aus dem Verb „jamti“ (haben, besitzen) und dem Adjektiv „rad“ (froh, gern) ableiten.

Vom Mittelalter an gab es in Jamikow nur wenige Bauernhöfe. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges (1630) lag der Ort sogar wüst darnieder. Auch die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert existierte nicht mehr. Erst nach 1810 wurde Jamikow als Rittergut mit Kirche neu aufgebaut. Bis 1475 war die Familie von Ramin Besitzer des Gutes, gefolgt von den von Chemekow (1610), den von Wolde (1631) und den von Sydow und von Rosenstedt (1650). Die Familie Rosenstedt kaufte den Anteil der von Sydows (1700 bis 1729). Eine Familie von Rosenthal erwarb 1805 den Besitz. Ab 1819 übernahm Amtmann Meyer die Verwaltung Jamikows. Die letzten Gutsbesitzer bis 1945 war die Fürstenfamilie von Lynar-Redern aus Görlsdorf. Sie wurden im Rahmen der Bodenreform enteignet und das Gut aufgesiedelt.
Jamikow verfügt heute über zwei ausgewiesene Baudenkmale: Die Dorfkirche aus dem Jahr 1856 mit Grüneberg-Orgel von 1888 und einer Glocke aus der Werkstatt des Stettiner Glockengießers Carl-Friedrich Voß sowie das spätbarocke Gutshaus.
Seit Sommer 2014 sind 17 Hektar Land am sogenannten Galgenberg im Besitz der NABU Stiftung und bilden das Naturschutzgebiet „Trockenrasen Jamikow“. Insgesamt 315 Pflanzenarten wurden in Jamikow nachgewiesen, von denen 77 Arten in Brandenburg und Deutschland gefährdet sind. Seltene Pflanzen wie die Graue Skabiose, die Rote Schwarzwurzel oder die Wiesenküchenschelle sind angewiesen auf magere, nährstoffarme Böden. Mit dem Kauf des Landes soll das vormals als Maisfeld genutzte Gebiet wieder von Flora und Fauna zurückerobert werden.
Ab 1945 gehörte der Ort zum neu gebildeten Landkreis Randow und kam mit der DDR-Kreisreform 1950 zum Kreis Angermünde, ab 1993 zum Landkreis Uckermark. Die Gemeinden Briest, Jamikow und Passow schlossen sich am 31.12.1998 zur Gemeinde Welsebruch zusammen. Seit dem 19. April 2022 ist Jamikow ein Ortsteil der Stadt Schwedt.
